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Foto © POLYEIDES MEDIENKONTOR MÜNCHEN BERLIN


DEUTSCHE SEELEN -
Leben nach der Colonia Dignidad


BRD 2008/2009, 92 Min
Regie: Matthias Zuber und Martin Farkas
FSK: ab 12 Jahren

 

Rüdiger war ein Kind, Aki zwei Monate alt und Kurt der Stellvertreter des pädophilen Sektenchefs. Sie kamen 1962 gemeinsam mit 300 anderen deutschen Sektenmitgliedern nach Chile und lebten über 40 Jahre weggeschlossen von der Welt. Der Film erzählt den Versuch, nach Jahrzehnten von Verbrechen wie Folter und Mord als Kollektiv weiter zu bestehen. Es sind deutsche Geschichten von Verdrängung, Sehnsucht, romantischem Schwärmen und Verzweiflung. Es ist ein Film über Schuld, Opfersein und dem Umgang damit. „Deutsche Seelen - Leben nach der Colonia Dignidad“ zeigt konfliktreiche, persönliche Geschichten, die jedoch weit über das Persönliche hinaus etwas über die Funktions- und Wirkungsweisen totalitärer Systeme und deren Folgen für den Einzelnen erfahrbar machen.
Ein bewegender Film, der neben dem schier unglaublichen Schicksal der Opfer und Täter der Colonia Dignidad auch sehr generelle Fragen stellt über Schuld, Vergebung und den Umgang mit einer ungeheuerlichen Vergangenheit.

 


Do 28.02. 19 Uhr

Reservierungen sind unter Tel 0355/ 380 24 30 oder fischer@gladhouse.de möglich.



Fotos © Schmetterling Verlag



Lesung&Gespräch


LASST UNS REDEN – FRAUENPROTOKOLLE
AUS DER COLONIA DIGNIDAD

 

von Heike Rittel und Jürgen Karwelat,
mit Fotografien von Andreas Höfer



Westdeutschland in den 1960er Jahren: Laienprediger Paul Schäfer entführt fast zweihundert Kinder ins chilenische Ausland. Er gründet dort eine brutale Sekte, in der die betroffenen Kinder über Jahrzehnte sexuell und als Arbeitssklaven missbraucht werden ─ die Colonia Dignidad.
Später geraten auch zahlreiche chilenische Kinder in die Fänge Schäfers. Die Sekte stellt sich nach dem Putsch im Jahre 1973 auch in den Dienst der Pinochet-Diktatur. Erst die allmähliche Demokratisierung Chiles schafft die Bedingungen, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Zurück bleiben hunderte Menschen, geprägt durch Betrug und Unterdrückung in unvergleichlichem Ausmaß.
Heike Rittel hat sich auf die Spur der Frauen dieser ehemaligen Sekte begeben, deren Schicksal bisher wenig oder gar nicht im Fokus der öffentlichen Betrachtung stand. Sie hat mit ihnen zusammen gelebt, ihren Alltag kennengelernt, ihre Angehörigen, die Orte, mit denen sie ihre Erinnerungen verknüpfen. Entstanden ist eine sensible Zusammenstellung von ganz und gar subjektiven weiblichen Opferschicksalen, die völlig neue Dimensionen der verbrecherischen Geschehnisse vor Ort erschließt. Während bisher in Film und Literatur von den Betroffenen oft ein graues, gleichgeschaltetes und uniformiertes Bild gezeichnet wird, fand Heike Rittel in ihren Interviews hinter den Fassaden Überraschendes: Sehr persönliche Schicksale mit ganz unterschiedlichen Überlebensstrategien und Formen der Vergangenheitsbewältigung.
Die ausführliche Einleitung von Jürgen Karwelat stellt die Protokolle in den zeithistorischen Zusammenhang. Die eindrucksvollen Fotos des Fotografen und Kameramannes Andreas Höfer erwecken die Protokolle emotional zum Leben und lassen hinter den Gesichtern erkennen, dass Menschlichkeit selbst unter extremen Diktaturen nicht auslöschbar ist.



Sa 02.03. 15 Uhr


Eintritt 15€/12€ ermäßigt

OBENKINO im BLMK/DKW

(Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst,
Dieselkraftwerk Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus)


Lesung und Gespräch mit den BuchautorInnen Heike Rittel und Jürgen Karwelat sowie Frau Prof. Susanne Bauer (Professorin für Musiktherapie am Berlin Career College der Universität der Künste Berlin, arbeitete im Auftrag des Auswärtigen Amtes ab 2005 viele Jahre vor Ort in Chile, um den traumatisierten Opfern der Colonia Dignidad zu helfen, sie entwickelte mit einem kleinen Team aus Psychologen und Psychiatern ein Psychotherapieprogramm zur psychologischen und emotionalen Unterstützung, Betreuung und Rehabilitation der Sektenopfer).


Moderation: Kathrin Verzino Eintritt: 8 €/6 € ermäßigt


Eine gemeinsame Veranstaltung des Fördervereins des Jugendkulturzentrums Glad-House Cottbus e.V., des Vereins Chile für die Welt e.V. und des OBENKINOs, gefördert durch das Bundesprogramm „DEMOKRATIE leben“.