Themenwoche AG Politische Bildung Cottbus/Chóśebuz




HELENE WEIGEL – REVOLUTIONÄRIN IM RAMPENLICHT


DE, AT 2026 | 102 Min | FSK: 12 | Buch & Regie: Maria Wischnewski | Genre: Dokumentarfilm mit: Helene Weigel & Bertolt Brecht, Katharina Thalbach, Sarah Brecht, Johanna Schall, Sabine Kebir, Vera Tenschert, Manfred Karge, Birgit Minichmayr und August Diehl/div>

Bis heute bedeutet sie die Welt für jene Bretter, die die Welt bedeuten. Helene Weigel hat ein unglaubliches Vermächtnis hinterlassen – mit ihrem eigenen Werk und dem ihres Mannes Bertolt Brecht.
Von der „lärmendsten Schauspielerin Berlins“, die zu Beginn der 1920er Jahre mit explosivem Stil und rabiater Behauptungskunst zum Theaterstar aufstieg, zur Intendantin des Berliner Ensembles, die altes Kriegsgerät als Theatertechnik verbauen ließ. Sie war eine Macherin. Ihr Spektrum reichte von der Handwerkerin bis zur Erneuerin des Epischen Theaters, von der Sängerin in Arbeiterkneipen bis zur Matriarchin mit Masterplan, die sich und ihr Theaterhaus gegen alle Verwerfungen der Nachkriegszeit zu wehren wusste. Für viele Menschen in der jungen DDR wurde sie zur Hoffnungsträgerin.

Der Dokumentarfilm füllt eine gravierende Lücke, denn erschütternd wenig wird an den gewaltigen Spielraum erinnert, den Helene Weigel für sich, die Schauspielkunst und die Kulturpolitik erkämpfte. Er lässt teilhaben an diesem verwegenen, rasanten, tragischen Leben, das voller Erschütterungen und unerschütterlicher Energie steckt. Höchste Zeit ist es für die Geschichte dieser Jüdin aus Wien, die zu einer Frau der Extreme wurde.

Mit viel Feingefühl erzählt die Regisseurin auch von der privaten Seite dieses hochpolitischen Lebens, von Liebe und Schmerz einer zutiefst menschlichen Heldin. Sie folgt ihren familiären Spuren. Mit neuem und aufwendig digitalisiertem Archivmaterial und persönlichen Briefen entsteht ein kluges Porträt dieser bahnbrechenden künstlerisch-intellektuellen Symbiose zwischen Bertolt Brecht und Helene Weigel.